Azubis finden mit Social Media: ein Leitfaden für Handwerksbetriebe
Im Ausbildungsjahr 2025 blieben im Handwerk mehr als 16.000 angebotene Ausbildungsstellen unbesetzt, obwohl rund 135.540 junge Menschen einen Ausbildungsvertrag im Handwerk unterschrieben haben (Deutsche Handwerks Zeitung zum Berufsbildungsbericht 2026). Viele Betriebe suchen also nicht zu wenig, sondern am falschen Ort.
Das Problem: Betriebe und Jugendliche sind auf verschiedenen Plattformen
Eine repräsentative Befragung von Bertelsmann Stiftung und Institut der deutschen Wirtschaft (über 1.700 junge Menschen und 895 Unternehmen, 2024) zeigt das deutlich: 70 Prozent der Unternehmen werben auf Facebook um Nachwuchs, aber nur etwa jeder Vierte der jungen Menschen verbringt dort Zeit. TikTok nutzen 30 Prozent der Jugendlichen oft, aber weniger als 4 Prozent der Unternehmen sind dort aktiv. Instagram ist die Plattform, auf der sich beide Seiten am ehesten treffen (Studie „Vom Mismatch zum Match“ der Bertelsmann Stiftung, Deutsche Handwerks Zeitung).
Dazu passt: Schon 2021 gaben 64 Prozent der befragten Instagram-Nutzer an, sich dort konkret über Arbeitgeber informiert zu haben (Personalwirtschaft zu den Ausbildung.de-Studien).
Für Ihren Betrieb heißt das: Ein Instagram-Profil, das regelmäßig echte Einblicke zeigt, ist heute oft wirksamer als die dritte Anzeige in der Zeitung.
Was Jugendliche sehen wollen
Jugendliche bewerben sich nicht bei einem Logo, sondern bei Menschen. Am besten funktionieren Beiträge, die Fragen beantworten, bevor sie gestellt werden:
- Wer arbeitet da? Azubis und Gesellen stellen sich kurz vor, mit Foto, Lehrjahr und Lieblingsaufgabe.
- Wie sieht ein Tag aus? Vier Bilder mit Uhrzeiten, von der Werkstatt bis zur Baustelle.
- Was verdiene ich? Die Ausbildungsvergütung je Lehrjahr offen zu nennen, schafft Vertrauen. Zur Einordnung: Die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung für Ausbildungen, die 2026 beginnen, liegt im ersten Jahr bei 724 Euro im Monat, viele Tarife liegen darüber (BIBB).
- Wie bewerbe ich mich? Je einfacher, desto besser: Anruf, Kurznachricht oder ein kurzes Formular, ohne Anschreiben.
- Was habt ihr gebaut? Vorher und nachher, Baustelle der Woche, fertige Projekte. Das zeigt, worauf man nach drei Jahren stolz sein kann.
Der Plan: 2 Beiträge pro Woche, 30 Minuten Aufwand
Sie brauchen keine Agentur und kein Profi-Equipment. Ein Smartphone, feste Vorlagen und ein Plan reichen:
| Woche | Beitrag 1 (Nachwuchs) | Beitrag 2 (Betrieb und Projekte) |
|---|---|---|
| 1 | Kontakt und Leistungen auf einen Blick | Unsere Werkstatt |
| 2 | Wir bilden aus | Vorher und nachher |
| 3 | Der Chef stellt sich vor | Tipp der Woche |
| 4 | Azubi stellt sich vor | Baustelle der Woche |
Der Rhythmus ist wichtiger als Perfektion: Wer drei Monate lang zweimal pro Woche postet, hat danach 24 Beiträge, die jeder Bewerber vor dem Anruf ansieht.
Fünf Regeln, die Ärger vermeiden
- Fotos nur mit Einverständnis. Für Bilder von Beschäftigten und Azubis holen Sie vorher eine Einwilligung ein, am besten schriftlich, und dokumentieren sie. Bei Minderjährigen zusätzlich die Eltern fragen. Rechtsgrundlagen sind unter anderem § 22 KUG und die DSGVO.
- Kundenstimmen nur echt und mit Zustimmung. Zitieren Sie Kunden wörtlich und nur, wenn sie zugestimmt haben. Erfundene Bewertungen sind unzulässig und schaden dem Ruf.
- Impressum auch auf Instagram. Geschäftlich genutzte Profile brauchen eine Anbieterkennzeichnung. Ein klar benannter Link zum Impressum Ihrer Website genügt in der Regel (Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg).
- Keine fremden Bilder und Logos. Nutzen Sie eigene Fotos. Herstellerlogos nur, wenn der Hersteller das ausdrücklich erlaubt.
- Baustellen von Kunden nur mit Erlaubnis. Fragen Sie vorher, ob Sie das Projekt zeigen dürfen, und lassen Sie Hausnummern, Kennzeichen und Personen weg.
Dieser Abschnitt ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung.
Der schnellste Weg: fertige Vorlagen
Damit Sie nicht bei null anfangen, hat Webdesign Schinck ein Social-Media-Paket für Handwerksbetriebe zusammengestellt: 30 Canva-Vorlagen für Recruiting, Team, Projekte und Wissen, ein 12-Wochen-Plan und 30 fertige Texte mit Platzhaltern für Beruf, Ort und Kontakt. Logo und Farben tauschen Sie einmal aus, danach dauert ein Beitrag wenige Minuten. Nur für Unternehmen, ab 39 Euro. Zum Social-Media-Paket
Und wenn Bewerber nach dem Instagram-Profil auf Ihrer Website landen: Eine klare Karriereseite mit Kurzbewerbung entscheidet oft, ob aus Interesse ein Anruf wird. Website oder Karriereseite mit Webdesign Schinck



