Website nicht erreichbar oder „Nicht sicher“: Die 6 typischen Ursachen und was Sie sofort tun können
Ein Kunde ruft an und sagt, Ihre Website funktioniere nicht. Oder der Browser zeigt neben Ihrer Adresse plötzlich „Nicht sicher“. Für einen kleinen Betrieb ist das mehr als ein Schönheitsfehler, denn solange die Seite streikt, gehen Anfragen verloren. Die folgenden sechs Ursachen sind typisch, und einige davon können Sie in wenigen Minuten selbst eingrenzen.
Erster Schritt bei jedem Ausfall: Öffnen Sie Ihre Website auf dem Smartphone über das Mobilfunknetz statt über Ihr Netzwerk im Büro. Lädt sie dort, liegt der Fehler eher bei Ihrem Gerät oder Netzwerk.
1. Abgelaufenes SSL-Zertifikat
Das SSL-Zertifikat (Secure Sockets Layer, der Nachfolger heißt TLS, Transport Layer Security) verschlüsselt die Verbindung zwischen Besucher und Website. Erkennbar ist das am „https“ (Hypertext Transfer Protocol Secure) in der Adresse.
Woran Sie es erkennen: Statt Ihrer Seite erscheint eine ganzseitige Warnung wie „Ihre Verbindung ist nicht privat“, in Chrome bei abgelaufenem Zertifikat mit dem Fehlercode NET::ERR_CERT_DATE_INVALID. Klickt jemand trotzdem weiter, steht in der Adresszeile „Nicht sicher“.
Was es für Kunden und Google bedeutet: Laut Chrome-Hilfe bedeutet „Nicht sicher“, dass die Website keine private Verbindung nutzt und Dritte gesendete Informationen einsehen oder ändern könnten. Wer nicht bewusst weiterklickt, bekommt Ihre Seite gar nicht zu sehen. Google verwendet HTTPS außerdem seit 2014 als Signal für die Platzierung in den Suchergebnissen, wenn auch als schwaches.
Was Sie selbst prüfen können: Ein Klick auf den Fehlercode zeigt in Chrome das Ablaufdatum des Zertifikats und das Datum Ihres Geräts. Ist Ihr Systemdatum falsch eingestellt, erscheint dieselbe Warnung, obwohl das Zertifikat in Ordnung ist. Einen ausführlichen kostenlosen Test bietet SSL Labs.
Wann Sie Hilfe brauchen: Viele Hoster verlängern Zertifikate automatisch. Ist diese Verlängerung ausgefallen, muss der Hoster oder Ihr Webdesigner sie neu einrichten. Das Thema wird wichtiger: Die Zertifizierungsstellen und Browserhersteller haben beschlossen, die Laufzeit schrittweise zu verkürzen. Seit dem 15. März 2026 gelten höchstens 200 Tage, ab März 2029 nur noch 47 Tage, wie DigiCert zusammenfasst.
Ganz ohne Zertifikat: Ist Ihre Website nur über „http“ erreichbar, zeigt Chrome dauerhaft „Nicht sicher“ in der Adresszeile. Google hat zudem angekündigt, dass Chrome ab Version 154, geplant für Oktober 2026, vor dem ersten Aufruf solcher öffentlichen Seiten eine Warnung einblendet. Ein Zertifikat ist bei den meisten Hostern kostenlos enthalten und schnell eingerichtet.
2. Domain abgelaufen
Woran Sie es erkennen: Unter Ihrer Adresse erscheint eine Hinweisseite des Domainanbieters, eine Seite mit fremder Werbung, oder der Browser findet die Adresse gar nicht. Auch E-Mail-Adressen unter dieser Domain können dann ausfallen. Mögliche Auslöser sind eine abgelaufene Kreditkarte oder Rechnungen, die an eine alte E-Mail-Adresse gehen.
Was es für Kunden und Google bedeutet: Kunden und Google finden unter Ihrer Adresse nichts mehr. Bei Adressen mit der Endung .de folgt auf die Löschung laut DENIC, der zentralen Registrierungsstelle für .de, eine Karenzzeit von 30 Tagen. In dieser Zeit kann nur der bisherige Inhaber die Domain zurückholen. Danach ist sie für jeden frei. Für andere Endungen gelten eigene Fristen.
Was Sie selbst prüfen können: Prüfen Sie im Kundenkonto Ihres Domainanbieters Status und Zahlungen und suchen Sie im Postfach, auch im Spam-Ordner, nach Zahlungserinnerungen. Klären Sie außerdem, wer als Inhaber eingetragen ist. Steht dort eine frühere Agentur, brauchen Sie deren Mitwirkung.
Wann Sie Hilfe brauchen: Wenn die Domain bereits gelöscht ist oder Sie keinen Zugang zum Konto haben. Dann zählt jeder Tag, denn die Frist läuft.
3. Hosting gekündigt oder Server ausgefallen
Woran Sie es erkennen: Die Seite lädt endlos, meldet eine Zeitüberschreitung oder zeigt einen Fehlercode wie 500, 502 oder 503. Wurde das Hosting gekündigt, sehen Sie unter Umständen eine Hinweisseite des Hosters oder eine leere Seite.
Was es für Kunden und Google bedeutet: Kunden erreichen Sie über die Website nicht. Google schreibt in seiner Dokumentation, dass es bei Serverfehlern das Durchsuchen Ihrer Seite vorübergehend verlangsamt. Bereits aufgenommene Seiten bleiben zunächst im Suchindex, werden aber irgendwann entfernt.
Was Sie selbst prüfen können: Schauen Sie auf der Statusseite oder in den Störungsmeldungen Ihres Hosters nach. Prüfen Sie im Kundenkonto, ob Rechnungen offen sind oder eine Kündigung vorliegt.
Wann Sie Hilfe brauchen: Bei einer Störung ist der Hoster zuständig. Bei einer Kündigung fragen Sie sofort nach einer Datensicherung und lassen die Website von Ihrem Webdesigner wiederherstellen.
4. Fehler nach einem Update
Woran Sie es erkennen: Direkt nach einer Aktualisierung von WordPress oder einem anderen Redaktionssystem, einem Design oder einer Erweiterung bleibt die Seite weiß, meldet einen kritischen Fehler, das Layout verrutscht oder das Kontaktformular sendet nicht mehr. Auch eine Umstellung der Software auf dem Server durch den Hoster kann solche Fehler auslösen.
Was es für Kunden und Google bedeutet: Kunden sehen eine kaputte Seite oder können Sie nicht mehr kontaktieren. Liefert die Seite einen Serverfehler aus, gilt für Google dasselbe wie unter Punkt 3.
Was Sie selbst prüfen können: WordPress schickt seit Version 5.2 bei schweren Fehlern eine E-Mail an die hinterlegte Adresse des Administrators. Sie enthält einen Link zum Wiederherstellungsmodus, in dem die fehlerhafte Erweiterung pausiert wird, damit Sie sich wieder anmelden können. Notieren Sie außerdem, was zuletzt aktualisiert wurde.
Wann Sie Hilfe brauchen: Wenn Sie sich nicht mehr anmelden können, keine Datensicherung kennen oder der Fehler nach dem Pausieren bleibt. Probieren Sie nicht an der laufenden Seite herum, das kann die Reparatur erschweren.
5. DNS falsch eingestellt
Das DNS (Domain Name System) funktioniert wie ein Telefonbuch: Es verknüpft Ihre Domain mit dem Server, auf dem die Website liegt, und mit Ihrem E-Mail-Postfach.
Woran Sie es erkennen: Die Probleme beginnen nach einem Umzug zu einem neuen Hoster oder nach einer Änderung im Domainkonto. Manche Besucher sehen die Seite, andere nicht, oder es erscheint noch die alte Version. Auch E-Mails können betroffen sein.
Was es für Kunden und Google bedeutet: Ein Teil der Besucher landet im Leeren oder auf veralteten Inhalten. Wichtig zu wissen: Änderungen verbreiten sich nicht sofort. Je nach eingestellter Speicherdauer (Time to Live) und Zwischenspeichern der Internetanbieter dauert das laut GoDaddy bis zu 48 Stunden.
Was Sie selbst prüfen können: Wurde in den letzten zwei Tagen etwas geändert, ist Geduld oft die Lösung. Mit DNS Checker sehen Sie, welche Serveradresse Ihre Domain an verschiedenen Orten der Welt liefert.
Wann Sie Hilfe brauchen: Wenn nach 48 Stunden noch Fehler auftreten oder Sie nicht wissen, welche Einträge richtig sind. Einträge für Website und E-Mail hängen zusammen, eine falsche Änderung kann beides lahmlegen.
6. Website gehackt
Woran Sie es erkennen: Google zeigt in den Suchergebnissen „Diese Website wurde möglicherweise gehackt“, Chrome kann einen roten Warnbildschirm einblenden, Besucher werden auf fremde Seiten umgeleitet, oder es tauchen Spam-Seiten und unbekannte Benutzerkonten auf.
Was es für Kunden und Google bedeutet: Google empfiehlt Nutzern, eine so markierte Website nicht zu besuchen, solange der Hinweis erscheint. Er bleibt, bis Google die Bereinigung bestätigt hat.
Was Sie selbst prüfen können: Geben Sie Ihre Adresse im Google Transparenzbericht ein, um den Sicherheitsstatus zu sehen. Ist Ihre Seite in der Google Search Console eingerichtet, finden Sie dort unter „Sicherheitsprobleme“ betroffene Seiten. Ändern Sie von einem sauberen Gerät aus die Passwörter für Website und Hosting.
Wann Sie Hilfe brauchen: Immer. Es reicht nicht, die sichtbaren Schäden zu entfernen. Die Sicherheitslücke muss gefunden und geschlossen werden, sonst droht ein erneuter Befall. Waren personenbezogene Daten betroffen, etwa aus Kontaktformularen, verlangt Artikel 33 der Datenschutz-Grundverordnung in der Regel eine Meldung an die Aufsichtsbehörde, möglichst binnen 72 Stunden.
So beugen Sie vor
- SSL-Zertifikate automatisch verlängern lassen.
- Domain und Hosting mit gültiger Zahlungsart automatisch verlängern.
- Überall eine E-Mail-Adresse hinterlegen, die gelesen wird.
- Regelmäßige Datensicherungen außerhalb des Servers.
- Updates zeitnah einspielen und danach Startseite und Kontaktformular testen.
Sie haben niemanden, der sich darum kümmert? Webdesign Schinck sieht sich den Fehler kostenlos an. Beschreiben Sie uns über das Kontaktformular kurz, was Sie sehen.



